Liechtensteins unartige Treuhänder

Seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten erschüttern mehrere Kriminalfälle und Skandale Liechtensteins Finanzwelt. Im Zentrum stand und steht in jedem dieser Fälle die Treuhänderbranche. Die teilweise hohe kriminelle Energie ist tief im Selbstbildnis der Lichtensteiner Treuhand-Branche verwurzelt.  Die lückenhafte Gesetzeslage und die fehlende Trennung von Interessensvertretung und Kontrollinstanzen beflügeln den Machtrausch von straffällig gewordenen Treuhändern.

Bedingt durch die nicht vorhandene Transparenz, verlieren Immer wieder Begünstigte von Stiftungen bzw. sogar die Stifter selbst durch Handlungen der eingesetzten Treuhänder die Kontrolle – selbst Auskünfte werden nicht selten verweigert. Die Stiftungsvehikel verselbständigen sich, Stiftungszwecke werden teilweise verändert, Begünstigte ausgeschlossen, Gelder veruntreut, etc. Fehlende Auskunftsrechte für Erben und Begünstigte, erschweren den Geschädigten die Beweisbarkeit der Vergehen. 

Diese schwarzen Schafen der liechtensteinischen Treuhänder nutzen schamlos die lückenhaften Gesetzeslage aus, weil sie sich vom Gesetz beschützt fühlen. Exemplarisch für das Versagen eines ganzen (bisher sich selbst bewachenden) Systems, seien einige Beispiele in Erinnerung gerufen, die auch international Aufsehen erregten.


Der Fall Harry Gstöhl

Macht, Ansehen und höchstrichterliche Würde... alles was man von einer glänzenden juristischen Karriere erwarten würde, hat der Fürstlichen Justizrates Harry Gstöhl erreicht. Seine Verurteilung schockierte das Land zu tiefst, da es zeigte wie tief das Treuhänder-Problem strukturell in Liechtenstein verwurzelt ist. > Read more

Der Fall Mario Staggl

Bis die Handschellen klickten bestimmten Luxus und Genuss das Leben des High-Society-Barbetreibers und Treuhänder Mario Staggl - ohne Frage eine der schillerndsten Persönlichkeiten unter den liechtensteinischen Treuhändern. Als sich aber herausstellte, dass sein Vermögen auf Verbrechen gegen seine Mandanten beruhte, stellte sich die Treuhandbranche unwissend. > Read more

Fall Eugen von Hoffen

Eine lange Traditon von straffälligen Treuhändern - Am 29. Mai 2001 musste sich der 49-jähriger Liechtensteiner Treuhänder vor dem Landgericht in Vaduz wegen Anlagebetrugs verantworten. Die Deliktsumme belief sich auf 13 Millionen Franken. Zusammen ist er mit seinem Geschäftspartner Rudolf Ritter, dem Bruder des früheren liechtensteinischen Wirtschaftsministers, sowie dem Landtagsabgeordneten Gabriel Marxer im Mai 2000 verhaftet worden. > Read more

Schwarzgeld durch die Stahltür in Vaduz - Der Fall Klaus Zumwinkel

Diese Affäre, in den Medien meist «Zumwinkel-Affäre» oder «Liechtensteiner Steueraffäre» genannt, sorgte in Liechtenstein für Unruhe, sowohl auf dem Finanzplatz wie in der Politik und in der Öffentlichkeit. Auch in den internationalen Medien blieb das Thema lange präsent und erhöhte den Druck auf «Steueroasen» wie Liechtenstein. Denn es zeigt das Liechtenstein KYC-Regeln nicht ernst nimmt > Read more

Sind Liechtenstein's Trust Gesetze zweckmäßig?

Diejenigen, die ihr Vermögen in Trusts in dem winzigen Fürstentum angelegt haben, setzen sich erheblichen Risiken aus. Internationale Anwälte bezweifeln, dass die aus den 1920er Jahren stammenden Gesetze über Trusts im Zeitalter zunehmender globaler Finanztransparenz zweckdienlich sind. Die Financial Times warf einen genaueren Blick auf Leichtensteins Trust-Gesetze. > Read more

Droht Liechtenstein ein Exodus der Stiftungen?

"Eingriffsrechte von Stiftern würden nur halbherzig beachtet, Begünstigten nichtssagende Auskünfte gegeben, einzelne Familienstämme grundlos bevorzugt. Es würden sogar Stiftungen ohne Begünstigte fortgeführt, die im Wesentlichen nur noch Stiftungsorganen und Beratern ein Einkommen verschaffen. Auch suboptimale Vermögensveranlagung komme vor. Und selbst die Gerichte würden manchmal Anlass für Unmut geben – etwa, wenn Abberufungen von Stiftungsräten viel zu lange dauern." Die in diesem Artikel der österreischischen Tageszeitung Presse angeführten Kritikpunkte sind noch heute Bestandteil des Kernproblemes und die Gesetzesnovelle 2020 hat sie nicht behoben. > Read more

Kritik am Treuhändergesetz von Liechtenstein

Fehlende Schutzbestimmung für Geschädigte, leere Worthülsen wie "Risikomanagement", uvm. verdeutlichen die Schwachstellen der Gesetze in Liechtenstein. Die Lücken im Gesetz selbst beantworten, warum das Fürstentum Liechtenstein immer wieder der Schauplatz solcher gelagerter Fälle ist. Trusts in Liechtenstein haben kaum etwas mit dem Original aus dem anglo-amerikanischen Rechtsraum gemein. > Read more